Komplettes Schema zur Kalkulation einer Badrenovierung: vom Aufmaß über Material bis zu Marge und Angebotspräsentation. Praxistauglicher Spickzettel, der bei jedem Auftrag Stunden spart.
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Eine saubere Kalkulation ist die halbe Miete. Kalkulierst du zu niedrig, arbeitest du umsonst oder zahlst aus eigener Tasche drauf. Kalkulierst du zu hoch, meldet sich der Kunde nicht mehr und holt drei Angebote von der Konkurrenz. Hier ist das Schema, mit dem Ausbaubetriebe arbeiten, die 20 oder mehr Bäder im Jahr machen.
Warum die meisten Bad-Angebote zu niedrig liegen
Die typischen Gründe:
- Frei aus dem Kopf kalkuliert statt mit Vorlage: zwei, drei Positionen fallen sicher hinten runter.
- Kein Puffer für Überraschungen (alte Leitungen, schiefe Wände, versteckte Schäden).
- Indirekte Kosten nicht eingerechnet: Anfahrt, Fahrzeit, Schuttentsorgung.
- Lohnstunden zu knapp angesetzt: der Kunde ändert sowieso noch etwas, und du steckst schon im Festpreis.
Alle vier lassen sich mit einem festen Ablauf vermeiden. So geht's.
Schritt 1: Aufmaß und Bestandsaufnahme
Fahr zum Objekt. Miss:
- Raummaße: Länge, Breite, Höhe. Boden- und Wandfläche ausrechnen.
- Fliesenfläche: Boden und Wand getrennt (Tür- und Fensteröffnungen abziehen).
- Zustand der Installation: Müssen Rohre, Kabel, Dosen erneuert werden? Mach Fotos.
- Sanitärobjekte zum Austausch: Wanne oder Dusche, Waschbecken, WC, Bidet.
Alles an einer Stelle notieren.
Schritt 2: Materialkosten
Hier verlieren die meisten Geld. Material in Kategorien aufteilen:
Fliesen, Fugen, Kleber
- Fliesen mit 10% Verschnitt für Schnitte und Bruch.
- Kleber passend zum Format: für Großformate Kleber der Klasse C2TE S1.
- Farbige Fugen: den Mehrpreis vorher mit dem Kunden klären.
- Profile, Fliesenkreuze, Silikon.
Sanitär und Armaturen
- Armaturen, Brauseköpfe, Duschrinnen.
- Sanitärkeramik (Wanne, Waschbecken, Wand- oder Stand-WC).
- Vorwandsysteme, WC-Sitze, Siphons.
- Eckventile, eines pro Anschlusspunkt.
Elektro
- Steckdosen IP44, Schalter, Deckenleuchten plus LED-Streifen unter dem Spiegel.
- Kabel, Dosen, Sicherungen, falls der Verteiler mit erneuert wird.
Schritt 3: Lohn
Den Lohn nach Gewerken aufteilen und einzeln kalkulieren:
| Gewerk | Einheit | Hinweis |
|---|---|---|
| Demontage | m² oder Stück | je nach Umfang |
| Sanitärinstallation | pro Anschlusspunkt | Festpreis pro Punkt |
| Elektro | pro Anschlusspunkt | Festpreis pro Punkt |
| Putz, Spachtel | m² | nach Fläche berechnet |
| Bodenfliesen | m² | Format wirkt sich auf den Preis aus |
| Wandfliesen | m² | höhere Rate als beim Boden |
| Endmontage Sanitär | pro Stück | Preis pro Stück |
| Verfugen, Silikonieren | m² oder lfm | detailliert aufschlüsseln |
Gib dem Kunden keinen Tagessatz. Gib Preise pro Ergebnis (m², Anschlusspunkt, Stück). Dann lässt sich Zeit für Überraschungen einplanen, ohne dass es Streit gibt.
Schritt 4: Marge und indirekte Kosten
Auf die Summe aufschlagen:
- Anfahrt und Fahrzeit: real gerechnet, nicht über den Daumen.
- Schuttentsorgung: Container plus Transport, mit Entsorgungsnachweis.
- Werkzeug und Kleinmaterial (Klebebänder, Säcke, Folien): rund 3–5% der Materialsumme.
- Firmenmarge: abhängig von Region und Positionierung. Unter 15% beim Bad lohnt sich nicht.
Schritt 5: Angebot beim Kunden präsentieren
Das Angebot ist deine Visitenkarte. Der Kunde vergleicht drei Angebote und nimmt das, das ist:
- Übersichtlich: nach Positionen aufgeschlüsselt, nicht ein einziger Posten "Badrenovierung 7.000 €".
- Professionell aufbereitet: PDF mit Logo, Kontaktdaten und Gültigkeitsdatum.
- Mit Zeitplan: der Kunde muss wissen, wann du anfängst und wann du fertig bist.
- Mit klaren Zahlungsmodalitäten: Anzahlung, Teilzahlungen, Schlussabnahme.
Angebotsvorlage in Bulido
In Bulido baust du das Angebot raum- und positionsweise auf. Den Leistungskatalog für Bäder, den du einmal anlegst, nutzt du bei jedem weiteren Auftrag. Statt zwei Stunden in Excel verschickst du das Angebot vom Handy auf der Rückfahrt vom Aufmaß.
Kostenloses Konto anlegen und ausprobieren. Das erste Angebot ist in 10 Minuten fertig.
